Chronik des Hörgeschädigten-Sport-Club Schleswig

Im Jahre 1935 taten sich zehn sportbegeisterte junge Männer zusammen und gründeten den Gehörlosen-Sportverein Schleswig (GSV Schleswig). Die eigentliche Initiative ging jedoch von Taubstummenoberlehrer Jasper Harbeck aus, der zugleich erster Riegenführer wurde. Die zehn Gründungsmitglieder waren: Paul Hass, Julius Matthiesen, Jürgen Petersen, Max Bock, Peter Jürgen, Willi Jens, Johannes Lüddens, Herbert Desler, Helmut Sieck, G. Massaro.

Der GSV Schleswig war somit der erste Verein seiner Art in Schleswig- Holstein und auch deshalb heute der älteste.

Bis 1941 wurde der Verein kontinuierlich aufgebaut. 15 Mitglieder (12 männl., 3 weibl.) trieben in den Sparten Faustball, Turnen und Leichtathletik Sport.

Als dann 1941 der Krieg tobte und wegen der Verdunkelung der Fenster kein Sportbetrieb möglich war, wurde es still um den Verein, das Vereins- vermögen wurde "eingefroren".

Bis zum Jahr 1952 ruhte der Verein, lediglich der Kegelclub "Schleimöwe", der aus dem Verein erwuchs, trieb Sport. Am 20.03.1953 berief Ewald Hebeler dann junge Menschen von der Gehörlosenschule zur Versammlung des GSV Schleswig in die Strandhalle in Schleswig, man wollte den Verein wieder neu aufblühen lassen. Als 1.Vorsitzender fungierte fortan Willi Jens, noch einer aus der "alten Garde" von 1935. Die Mitgliederzahl stieg stetig an, der Sportbetrieb ging rege vonstatten. Das Amt des Schriftführers übernahm 1959 Herr Gerths, der bis 1978 ausführte (19 Jahre !). Ein erster Höhepunkt in der Vereinsgeschichte nach dem Krieg war dann das 25-jährige Stiftungsfest im Jahre 1960. Mittlerweile hatte sich der Verein im gesellschaftlichen Leben gefestigt und war ein wichtiger Bestandteil im Leben der hörgeschädigten Menschen in und um Schleswig geworden. 1971 gab dann Herr Langbehn das Amt des Kassierers in die Hände von Horst Jacobs, damit war Kamerad Langbehn 19 Jahre lang Kassierer gewesen. Die schwierige Aufgabe, den Verein nach dem Krieg wieder wirtschaftlich auf Trab zu bringen, hatte er gut gelöst.

1975 wurde dann schon das 40-jährige Jubiläum des Vereins gebührend gefeiert. Er war jetzt für viele hörgeschädigten Sportler nicht mehr aus dem Leben wegzudenken. Im Jahre 1981 fand im Vorstand ein Generationswechsel statt, jüngere Kameraden stießen in die Führungsspitze des Vereins. Durch einen tragischen Verkehrsunfall verlor man am Anfang des Jahres 1984 den 1.Vorsitzenden Willi Jens. Willi Jens war seit dem Wiederaufbau des Vereins nach dem Krieg 1.Vorsitzender und hatte daran maßgeblichen Anteil, seine besondere Liebe galt immer den hörgeschädigten Jugendlichen und Schülern; er war außerdem noch einer der Gründungsmitglieder.

Die Führung des Vereins übernahm fortan Rainer Arndt, der bisherige 2. Vorsitzende. Unter seiner Leitung fand am 15.02.1984 ein für den Verein bedeutender Tag statt. Es wurde unter notarieller Aufsicht ein Gründungsprotokoll gefertigt und der Verein bekam eine Satzung. Nun war man eingetragener Verein beim Amtsgericht mit dem Zusatz e.V.

Es wurde außerdem der Name des Vereins gewechselt; es war nun der Hörgeschädigten-Sport-Club Schleswig (HSC Schleswig). Dieser Gedanke der Namensänderung kam bereits 1983 auf, man wollte, da viele schwerhörige Mitglieder im Verein waren, sie in den Namen mit einbeziehen. Die Mitgliederzahl stieg an und es stellten sich immer mehr sportliche Erfolge ein.

So wurde 1985 das 50-jährige Vereinsjubiläum groß gefeiert. Rainer Arndt gab 1986 die Führung des Vereins an Alfred Schild ab, 1987 übernahm Michael Hegler den Verein. Seit 1992 war wieder Rainer Arndt 1.Vorsitzender. Der Zusammenhalt des Vereins konnte trotz der vielen Änderungen im Vorstand immer gewahrt werden, zumal in dieser Zeit die bisher größten sportlichen Erfolge erreicht wurden. Die Handballer gewannen mehrere deutsche Meister- und Vizemeistertitel. Durch die Einberufung von Handballern des HSC in die Nationalmannschaft der Gehörlosen wurde der HSC weit über die Grenzen unsers Landes hinaus bekannt.

1991 wurde die Abteilung Sozial- und Kulturwesen gegründet, um den Mitgliedern und deren Familien neben den sportlichen Angeboten auch im sozialen Bereich etwas anbieten zu können. Die Abteilung wurde mit ihren Aktivitäten schnell ein fester Bestandteil des HSC. Anfang des Jahres 1995 haben sich der HSC und der Gehörlosenverein Schleswig zusammengetan, indem der HSC mit allen seinen Mitgliedern in der GV eingetreten ist.Der GV Schleswig soll die Aufgaben der Abteilung Sozial- und Kulturwesen übernehmen und weiterführen. Der Vorstand des HSC kann sich nun wieder voll den ursprünglichen Aufgaben widmen. Diese sind in einer Zeit, wo immer mehr finanzielle Zuschüsse gekürzt werden nicht einfach zu bewältigen. Dazu kommt, das wie in anderen Vereinen auch, kaum neue Mitglieder in den Verein kommen. Durch Breitensportarten konnte die Zahl der Mitglieder gehalten werden. Auch auf eine gute Jugendarbeit wird viel Wert gelegt, in der Hoffnung das viele der Jugendlichen nach der Schulentlassung aus der Internatsschule zum HSC zurück finden. 1995 wurde auch das 60-jährige Jubiläum groß mit einen Jubiläumsturnier und Festabend gefeiert an das sich viele noch gerne erinnern. 1996 kam es wieder zu einem Wechsel des 1.Vorsitzenden. A.Bauer übernahm von R.Arndt das Amt und es wurde ein neuer Vorstand gebildet der bis auf ein Wechsel des Kassierers bis heute unverändert zusammen arbeitet.

Schon seit langem wünscht sich der HSC ein eigenes Clubheim, in dem sich die hörgeschädigten und gehörlosen Mitgliedrinnen und Mitglieder nach dem Sport und in der Freizeit treffen können. 1990 wurde erstmals ein Arbeitskreis für ein Clubheim gebildet. Der Arbeitskreis hat dafür gesorgt das der HSC nun ein Eigenkapital 20% der Kosten eines Clubheims nachweisen kann. Im Jahr 1999 wurde dem HSC ein geeignetes Haus angeboten und der Vorstand hat versucht genug Geld für den Kauf zusammen zu bekommen. Doch leider dauerte alles zu lange und das Haus wurde an eine Privat- person verkauft so das der Traum erst mal geplatzt ist. Doch wird sich der Vorstand weiter um ein Clubheim bemühen.

Wie bereits erwähnt muss das Angebot des Sportvereins attraktiv sein damit sich möglichst viele für das Angebot interessieren. So wird seit 1999 Dart angeboten, eine Tischtennisabteilung wurde im Jahr 2000 neu gegründet und seit dem Sommer 2001 kann man beim HSC nun auch bei Aerobic teilnehmen. 

Fortsetzung folgt.....

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